Uran im Mineralwasser

Viele Mineralwässer zu hoch mit Uran belastet

+ 25.05.2009 + Das giftige Schwermetall Uran belastet Trink- und Mineralwasser - in einigen Fällen so stark, dass gesundheitliche Risiken für Säuglinge und Kleinkinder nicht ausgeschlossen werden können.

Uranbelastung

Das giftige Schwermetall Uran belastet Trink- und Mineralwasser - in einigen Fällen so stark, dass gesundheitliche Risiken für Säuglinge und Kleinkinder nicht ausgeschlossen werden können. Das geht aus einer Liste hervor, die von foodwatch veröffentlicht wurde. Die Verbraucherorganisation fordert deshalb sichere gesetzliche Grenzwerte. Doch was deutsche Behörden als kritischen "Leitwert" ansehen, ist nach einer aktuellen wissenschaftlichen Stellungnahme der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA nicht mehr haltbar.

Eine Liste mit 825 Uran-Messdaten von 435 Mineralwasser-Marken hat foodwatch zusammengetragen - Angaben von Behörden und Herstellern sowie Ergebnisse einer Laboranalyse, die foodwatch selbst in Auftrag gegeben hat. Das Ergebnis: Jedes achte Mineralwasser ist zu hoch mit Uran belastet. 104 Messdaten von 55 Marken liegen über zwei Mikrogramm pro Liter.

Diese Schwelle gilt als gesetzlicher Höchstwert für Wässer, die mit dem Hinweis "geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung" beworben werden. Der Bundesrat hatte diesen Höchstwert Ende 2006 nach einer Initiative von foodwatch aus Gründen der Gesundheitsvorsorge durchgesetzt. Einen generellen Grenzwert für alle anderen Wässer, die nicht mit einer entsprechenden Formulierung beworben werden, gibt es jedoch nicht. Auch bekannte und verbreitete Marken wie San Pellegrino oder Überkinger sind aber so stark belastet, dass gesundheitliche Risiken für Babys nach einer Einschätzung von EU-Behörden nicht ausgeschlossen werden können. Gefährlich ist das Schwermetall Uran weniger wegen seiner Radioaktivität als wegen seiner chemischen Giftigkeit. Insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern können hohe Uranbelastungen im Wasser zu einer Schädigung der Nieren führen.

Deutsche Behörden stufen bislang erst Belastungen von zehn Mikrogramm als kritisch ein. Nun belegt jedoch eine aktuelle wissenschaftliche Analyse der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA: Auch eine deutlich niedrigere Uranbelastung im Wasser ist für Kinder mit Gesundheitsrisiken verbunden. Mit einem Grenzwert von zwei Mikrogramm Uran je Liter Wasser können Gesundheitsrisiken nach dem Stand der Wissenschaft dagegen ausgeschlossen werden.

Fast 90 Prozent der von foodwatch zusammengetragenen Messwerte bei Mineralwässern liegen beim Urangehalt bereits jetzt unter zwei Mikrogramm pro Liter - dieser Wert wird also von einer großen Mehrheit der Wässer eingehalten. Allerdings überschreiten ihn auch einige bekannte und weit verbreitete Marken: Neben San Pellegrino von Nestlé und Überkinger auch Perrier (ebenfalls Nestlé) sowie Freyersbacher. Bei vier Handelsmarken (Griesbacher, Kugelsburgquelle, Waldecker und Winfried aus der Sebastianquelle) sowie zwei Heilwässern (Bad Griesbacher, Bad Mergentheimer Karlsquelle) wurden sogar mehr als zehn Mikrogramm pro Liter gemessen.

foodwatch hat die Bundesregierung aufgefordert, zwei Mikrogramm Uran pro Liter als Grenzwert festzulegen. Für Mineralwasser ebenso wie für Trinkwasser. Denn auch beim Wasser aus der Leitung besteht Handlungsbedarf: Im Sommer 2008 hatte foodwatch Daten über die Uranbelastung von Trinkwasser veröffentlicht. Fast jeder achte der rund 8200 von den Behörden übermittelten Werte aus allen 16 Bundesländern lag bei über zwei Mikrogramm, rund 150 davon über zehn Mikrogramm. Auch hier erfahren die Verbraucher in der Regel nicht, wie hoch die Belastung ihres Leitungswassers ist. Denn weder Behörden noch Wasserwerke müssen von sich aus darüber informieren.

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