Die Galvanisation

   30. Mai 2012

Die Galvanisation bedient sich des galvanischen Gleichstroms, welcher gleichmäßig von einem Pol zum anderen fließt.

Die Elektrotherapien spielen bei der Heilung menschlicher und tierischer Erkrankungen eine sehr große Rolle. Es sind folgende Grundarten zu unterscheiden:

1. Therapien mit elektromagnetischer Strahlung (Radium, Röngen, Ultraviolett, Infrarot und andere Wärme- und Lichtstrahlen)

2. Therapie mit elektromagnetischen Schwingungen (Ultra-Kurzwellen, Diathermie-Wellen, Hochfrequenzwellen, Faradisation und die Galvanisation

Hinsichtlich des Elektronenstromes kann die Galvanisation als eine Faradisation (Verfahren der Elektrotherapie) mit unendlichen langer Wellenlänge und der Schwingungszahl Null betrachtet werden. Die Galvanisation reiht sich damit an alle vorgenannten Therapien an, welche sich grundlegend nur durch die verschiedenen Wellenlängen voneinander unterscheiden.
Alle Elektrotherapien bedienen sich des schwingenden oder strömenden Elektrons in seiner Einwirkung auf den Körper.
Ultraschall gehört nicht zu den Elektrotherapien, da die mechanische Ultraschallschwingung zwar auf elektrischem Wege erzeugt wird, jedoch in den Körper als reine Massageschwingung höchster Frequenz eintritt (Indirekte Elektrotherapie).
Die Voltasäule wurde bald nach ihrer Erfindung zu Heilzwecken verwendet. Ein Arzt namens Grapengießer in Berlin veröffentlichte im Jahre 1801 ein kleines Buch mit dem Titel „Versuch, den Galvanismus zur Heilung einiger Krankheiten anzuwenden“. Das neue Heilverfahren verbreitete sich schnell. Es wurde allerdings auch, wie so manche Neuerung, von Geschäftemachern kritiklos angewendet und war gehemmt durch eine mangelhafte Elektrotechnik jener Zeit. So rückte die Medizin vom Galvanismus wieder ab, und er drohte in Vergessenheit zu geraten.
Aber wie es so oft in der Medizin geschieht, dass gute alte Heilmethoden in Vergessenheit geraten, um nach einiger Zeit wieder neu entdeckt zu werden, war es auch hier. 1855 wurde ein Arzt in Berliln, Dr. Robert Remak von einem Kollegen (Eckart) auf den Galvansichen Strom aufmerksam gemacht. Er machte gewissenhaft eine Reihe von physiologischen Vorversuchen und entschoss sich, am 22. Juni 1856 die erste Heilung zu versuchen. Es handelte sich um eine Muskelverkrampfung, und der Erfolg war überraschend gut. Robert Remak wurde zum Gründer der wissenschaftlichen Galvanotherapie. Er schrieb auch das erste Spezialwerk dieses Faches; es erschien 1858, führte den Titel „Galvanotherapie der Nerven- und Muskelkrankheiten“ und wird von den Fachgelehrten heute noch aufmerksam studiert.

Quelle: Wohlmuth Handbuch 1979

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